Wir ernähren uns bewusster, achten auf die Herkunft unserer Lebensmittel und greifen im Badezimmer immer häufiger zu Naturkosmetik. Beim Haarefärben verwenden viele Menschen trotzdem ganz selbstverständlich eine klassische Coloration. Dabei gibt es inzwischen auch pflanzliche Alternativen. Pflanzenhaarfarben sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern eine interessante Möglichkeit für alle, die ihren Naturton intensivieren, graue Haare kaschieren oder ihrem Haar neue Farbreflexe verleihen möchten.
Doch wie unterscheiden sich chemische und pflanzliche Haarfarben genau? Welche Ergebnisse kannst Du mit einer Pflanzenhaarfarbe erzielen? Wie bereitest Du Dein Haar auf das Färben vor – und welche Pflege braucht es danach? Wir erklären Dir, wie die unterschiedlichen Methoden funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und worauf Du beim Haarefärben und bei der anschließenden Haarpflege achten solltest.
- Haare färben: der Unterschied zwischen Chemie und Natur
- Chemische Haarfarben: Diese Inhaltsstoffe erwarten Dich
- Haare färben mit Pflanzenfarben: Vorteile und Grenzen
- Haare färben mit Pflanzen: die richtige Anwendung
- Haare färben mit Naturfarben: Diese Tipps solltest Du beachten
- Pflege nach dem Färben
- Welche PAKAHI Pflege passt zu gefärbtem Haar?
- Häufige Fragen zum Haarefärben
- Unser Fazit
Haare färben: der Unterschied zwischen Chemie und Natur
Haare prägen unser Erscheinungsbild und sind für viele Menschen ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeit. Eine neue Haarfarbe kann den eigenen Typ unterstreichen, erste graue Haare kaschieren oder einfach für eine sichtbare Veränderung sorgen. Ob Du Deine natürliche Haarfarbe behältst, graue Haare bewusst trägst oder Lust auf eine neue Nuance hast, ist eine persönliche Entscheidung. Wichtig ist vor allem, dass Du weißt, was beim Färben mit Deiner Haarstruktur passiert und welche Methode zu Deinen Erwartungen passt. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen:
- auswaschbaren oder direktziehenden Tönungen,
- oxidativen beziehungsweise permanenten Colorationen,
- Blondierungen,
- Pflanzenhaarfarben.
Diese Methoden funktionieren unterschiedlich und können deshalb nicht dieselben Farbergebnisse erzielen.
Chemisches Haarefärben
Konventionelle permanente Haarfarben enthalten üblicherweise alkalische Inhaltsstoffe, oxidative Farbstoffe und Wasserstoffperoxid. Häufig wird Ammoniak eingesetzt, es gibt jedoch auch Colorationen mit anderen Alkalisierungsmitteln. Die alkalischen Inhaltsstoffe lassen die äußere Schuppenschicht des Haares aufquellen. Dadurch können die weiteren Bestandteile leichter in das Haarinnere gelangen. Wasserstoffperoxid verändert einen Teil der natürlichen Farbpigmente. Auf diese Weise kann die Ausgangshaarfarbe aufgehellt und anschließend durch neue Farbpigmente verändert werden. Die eigentlichen Farbvorstufen sind zunächst so klein, dass sie in das Haar eindringen können. Während des Färbeprozesses verbinden sie sich dort zu größeren Farbmolekülen. Deshalb lässt sich eine permanente Coloration nicht einfach vollständig auswaschen. Sie wächst nach und nach mit dem Haar heraus.
Der Vorteil einer oxidativen Coloration besteht darin, dass sich damit vergleichsweise deutliche und gut planbare Farbveränderungen erzielen lassen. Je nach Produkt können graue Haare zuverlässig abgedeckt und dunklere Haare aufgehellt werden. Der Prozess kann die Haarstruktur allerdings beanspruchen. Vor allem wiederholte Colorationen, starke Aufhellungen und das regelmäßige Überfärben bereits behandelter Längen können dazu führen, dass sich das Haar trockener, rauer oder poröser anfühlt. Wie stark Dein Haar belastet wird, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- dem Ausgangszustand Deines Haares,
- der gewählten Färbemethode,
- der gewünschten Aufhellung,
- der Häufigkeit der Anwendung,
- der Einwirkzeit,
- der Behandlung der Längen und Spitzen,
- der Haarpflege nach dem Färben.
Bei einer Ansatzfärbung ist es deshalb sinnvoll, tatsächlich nur den nachgewachsenen Ansatz zu behandeln. Werden die bereits gefärbten Längen bei jeder Anwendung erneut vollständig coloriert, können sie mit der Zeit immer trockener und empfindlicher werden. Möchtest Du irgendwann zu Deiner ursprünglichen Haarfarbe zurückkehren, brauchst Du meist Geduld. Eine permanente Farbe kann nicht einfach ausgewaschen werden. Stattdessen muss sie herauswachsen, überfärbt oder professionell korrigiert werden.
Natürliches Haarefärben mit Pflanzenhaarfarbe
Pflanzenhaarfarben funktionieren anders als oxidative Colorationen. Sie enthalten farbgebende Pflanzenbestandteile wie beispielsweise:
- Henna,
- Indigo,
- Cassia,
- Walnussschalen,
- Rhabarberwurzel,
- Kamille oder weitere färbende Pflanzenextrakte.
Welche Pflanzen tatsächlich enthalten sind, hängt von der gewünschten Nuance und vom jeweiligen Produkt ab. Die pflanzlichen Pigmente verändern die natürlichen Farbpigmente im Haar nicht auf die gleiche Weise wie eine oxidative Coloration. Sie verbinden sich vielmehr mit dem vorhandenen Farbton und lagern sich an der Haarstruktur an. Dadurch entsteht ein individuelles Ergebnis. Dieselbe Pflanzenhaarfarbe kann auf blondem, braunem, rotem, grauem oder bereits gefärbtem Haar vollkommen unterschiedlich aussehen. Pflanzenhaarfarbe wirkt also nicht wie eine deckende Wandfarbe. Deine Ausgangshaarfarbe bleibt immer ein wichtiger Bestandteil des Ergebnisses. Die Farbpigmente können sich um die Haarfaser legen und die Haaroberfläche optisch glatter und voller erscheinen lassen. Viele Anwenderinnen empfinden ihr Haar nach einer Pflanzenfärbung deshalb als glänzender, kräftiger oder griffiger.
Die Farbe kann sich mit der Zeit abschwächen. Pflanzenhaarfarbe ist jedoch nicht grundsätzlich eine vollständig auswaschbare Tönung. Einige Pflanzenpigmente – insbesondere Henna – können sehr lange im Haar verbleiben. Auch bei Pflanzenhaarfarbe kann ein Ansatz entstehen. Der Übergang wirkt jedoch häufig weicher, weil das Ergebnis stärker mit dem Naturton verschmilzt und das Haar nicht deutlich aufgehellt wird. Eine wichtige Grenze solltest Du kennen: Reine Pflanzenhaarfarben können das Haar nicht aufhellen. Aus dunkelbraunem Haar lässt sich mit einer reinen Pflanzenhaarfarbe kein helles Blond erzeugen. Möglich sind vor allem:
- eine Intensivierung des Naturtons,
- warme oder kühle Farbreflexe,
- rote und kupferfarbene Nuancen,
- verschiedene Brauntöne,
- eine Abdunklung,
- eine begrenzte Abdeckung oder Kaschierung grauer Haare.
Chemische Haarfarben: Diese Inhaltsstoffe erwarten Dich
Damit eine permanente Haarfarbe zuverlässig hält, graue Haare abdeckt oder das Haar aufhellt, muss sie stärker in die Haarstruktur eingreifen als eine Pflanzenhaarfarbe. Das ist zunächst keine geheime Funktionsweise, sondern das Prinzip einer oxidativen Coloration. Trotzdem lohnt es sich, die Inhaltsstoffe und ihre Aufgaben zu kennen.
Alkalisierungsmittel wie Ammoniak
Ammoniak oder alternative alkalische Inhaltsstoffe erhöhen den pH-Wert der Haarfarbe. Dadurch quillt die äußere Schuppenschicht auf und die Farbvorstufen können in das Haar eindringen. Ammoniak besitzt einen auffälligen Geruch und kann Augen, Atemwege oder eine empfindliche Kopfhaut reizen. Ammoniakfreie Haarfarben sind jedoch nicht automatisch besonders mild. Sie verwenden häufig andere Alkalisierungsmittel, die ebenfalls notwendig sind, damit die Farbe in das Haar gelangen kann. Die Aussage „ohne Ammoniak“ allein reicht deshalb nicht aus, um die gesamte Formulierung einer Haarfarbe zu beurteilen.
Wasserstoffperoxid
Wasserstoffperoxid wird bei oxidativen Colorationen und Blondierungen eingesetzt. Es verändert die vorhandenen Farbpigmente und ermöglicht dadurch eine Aufhellung oder eine dauerhafte neue Haarfarbe. Je stärker die gewünschte Aufhellung ausfällt, desto intensiver wird in der Regel auch die Haarstruktur beansprucht.
Oxidative Farbvorstufen
Oxidative Haarfarben enthalten Farbvorstufen, aus denen während des Färbevorgangs die eigentlichen Farbmoleküle entstehen. Einige dieser Stoffe können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb solltest Du die Warnhinweise auf der Verpackung immer ernst nehmen und die Farbe nicht verwenden, wenn Deine Kopfhaut gereizt, wund oder verletzt ist. Eine früher problemlos verwendete Haarfarbe garantiert nicht, dass niemals eine Reaktion auftreten kann.
Resorcin und weitere Kuppler
Bestimmte oxidative Haarfarben können Resorcin oder verwandte Stoffe enthalten. Sie tragen dazu bei, dass sich die gewünschten Farbtöne entwickeln. Auch diese Inhaltsstoffe können bei empfindlichen Personen Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Ihr Einsatz und ihre Konzentration in kosmetischen Produkten sind gesetzlich geregelt.
Duftstoffe und weitere Hilfsstoffe
Haarfarben können außerdem Duftstoffe, Emulgatoren, Konservierungsmittel, Tenside und weitere Hilfsstoffe enthalten. Nicht jeder synthetische Inhaltsstoff ist automatisch schädlich – und nicht jeder natürliche Inhaltsstoff automatisch unproblematisch. Entscheidend sind die konkrete Substanz, ihre Konzentration, die Anwendung und Deine individuelle Verträglichkeit. Gerade bei sensibler Kopfhaut solltest Du daher nicht ausschließlich auf Werbeaussagen wie „natürlich“, „ammoniakfrei“ oder „pflanzlich“ vertrauen, sondern die vollständige Inhaltsstoffliste und die Anwendungshinweise prüfen. Transparenz ist uns bei PAKAHI besonders wichtig. Deshalb findest Du die vollständigen Inhaltsstoffe unserer Shampoos und Conditioner direkt beim jeweiligen Produkt.
Haare färben mit Pflanzenfarben: Vorteile und Grenzen
Pflanzenhaarfarben bieten gegenüber chemisch-oxidativen Haarfarben verschiedene Vorteile. Ob sie die bessere Wahl für Dich sind, hängt jedoch davon ab, welche Veränderung Du erreichen möchtest.
Individuelle Farbergebnisse
Da sich Pflanzenpigmente mit Deiner Ausgangshaarfarbe verbinden, fällt das Ergebnis besonders individuell aus. Das kann ein Vorteil sein, wenn Du keinen vollkommen einheitlichen Farbton möchtest. Unterschiedliche Nuancen und natürliche Reflexe bleiben häufig sichtbar. Gleichzeitig macht genau diese Individualität das Ergebnis weniger berechenbar. Eine Farbkarte auf der Verpackung kann deshalb nur eine Orientierung geben.
Keine oxidative Aufhellung
Reine Pflanzenhaarfarben hellen die natürlichen Pigmente nicht mit Wasserstoffperoxid auf. Sie greifen damit weniger stark in die natürliche Pigmentstruktur des Haares ein. Das macht sie zu einer interessanten Alternative, wenn Du Deinen Naturton intensivieren, abdunkeln oder verändern möchtest, ohne das Haar vorher aufzuhellen.
Mehr Glanz und ein volleres Haargefühl
Pflanzenpigmente können sich an die Haarfaser anlagern. Dadurch kann sich die Oberfläche glatter anfühlen und das Haar mehr Glanz erhalten. Vor allem feines Haar kann nach einer Pflanzenfärbung etwas griffiger oder voller wirken. Das einzelne Haar wird dadurch jedoch nicht dauerhaft strukturell dicker. Der Effekt entsteht vor allem durch die Pigmentschicht und die veränderte Haaroberfläche.
Weichere Übergänge beim Nachwachsen
Da Pflanzenhaarfarbe meist keine starke Aufhellung erzeugt und mit dem vorhandenen Naturton arbeitet, kann der nachwachsende Ansatz weniger hart wirken. Das hängt allerdings davon ab, wie stark Du Dein Haar abdunkelst und wie groß der Unterschied zum Naturton ist. Auch eine dunkle Pflanzenhaarfarbe kann einen sichtbaren Ansatz erzeugen.
Pflanzliche Rohstoffe
Reine Pflanzenhaarfarben setzen bei der Farbgebung auf pflanzliche Pigmente. Viele Produkte werden als Pulver verkauft und benötigen keine separate Entwicklerflüssigkeit. Pflanzlich bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes Produkt in allen Bereichen besonders nachhaltig oder für jede Person verträglich ist. Herkunft der Rohstoffe, Anbau, Verarbeitung, Verpackung und Transport spielen ebenfalls eine Rolle.
Die Grenzen von Pflanzenhaarfarbe
Trotz ihrer Vorteile kann Pflanzenhaarfarbe eine klassische Coloration nicht in jeder Situation ersetzen. Eine oxidative Haarfarbe ermöglicht:
- eine größere Auswahl an Farbtönen,
- eine stärkere Aufhellung,
- häufig eine zuverlässigere Grauhaarabdeckung,
- besser planbare Ergebnisse,
- schnellere und stärker standardisierte Abläufe.
Das Färben mit Pflanzenhaarfarben erfordert dagegen häufig mehr Erfahrung. Feines, poröses, blondiertes oder graues Haar kann die Pigmente anders aufnehmen als kräftiges, dunkles und unbehandeltes Haar. Ein auf Pflanzenhaarfarben spezialisierter Friseursalon berücksichtigt daher unter anderem:
- Deine Ausgangshaarfarbe,
- den Anteil grauer Haare,
- frühere Colorationen und Blondierungen,
- die Porosität der Längen und Spitzen,
- die geeignete Pflanzenmischung,
- eine mögliche Vorpigmentierung,
- die realistisch erreichbare Zielhaarfarbe.
Haare färben mit Pflanzen: die richtige Anwendung
Das Angebot an Pflanzenhaarfarben ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Viele Produkte lassen sich auch zu Hause anwenden. Trotzdem solltest Du Pflanzenhaarfarbe nicht wie eine gewöhnliche Fertigcoloration behandeln. Die Anwendung benötigt häufig mehr Zeit, etwas Übung und realistische Erwartungen. Gerade bei den ersten Färbungen kann das Endergebnis von der Abbildung auf der Verpackung abweichen. Deine vorhandene Haarfarbe, frühere Behandlungen, die Haarstruktur und die Einwirkzeit beeinflussen das Resultat.
Die richtige Einwirkzeit
Viele Menschen vermuten, dass eine Pflanzenhaarfarbe automatisch intensiver wird, je länger sie einwirkt. So einfach ist es jedoch nicht. Die passende Einwirkzeit hängt unter anderem ab von:
- der verwendeten Pflanzenmischung,
- der gewünschten Nuance,
- der Ausgangshaarfarbe,
- dem Grauanteil,
- der Haarstärke,
- der Porosität,
- der Zubereitung,
- den Angaben des Herstellers.
Eine pauschale Einwirkzeit für alle Pflanzenhaarfarben ist deshalb nicht sinnvoll. Halte Dich an die Anleitung des Herstellers und orientiere Dich zusätzlich am Ergebnis einer Probesträhne.
Ansatz, Längen und Spitzen
Das gleichmäßige Auftragen erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Teile Dein Haar am besten in mehrere Partien und arbeite Strähne für Strähne. Wenn Du lediglich den nachgewachsenen Ansatz färben möchtest, konzentriere Dich zunächst auf diesen Bereich. Bereits mehrfach gefärbte Längen und Spitzen können Pflanzenpigmente stärker aufnehmen und dadurch mit jeder Anwendung dunkler oder intensiver werden.
Das kann zu einem ungleichmäßigen Ergebnis führen: Der Ansatz bleibt heller, während die Spitzen zunehmend dunkel oder besonders farbintensiv erscheinen. Deshalb müssen die Längen nicht bei jeder Ansatzfärbung über die gesamte Einwirkzeit mitbehandelt werden. Beachte hierzu die Empfehlungen des verwendeten Produkts.
Pflanzenhaarfarbe auf chemisch gefärbtem Haar
Der Wechsel von chemischer Haarfarbe zu Pflanzenhaarfarbe ist grundsätzlich möglich. Das Ergebnis kann jedoch schwer vorhersehbar sein. Besonders vorsichtig solltest Du sein bei:
- blondiertem oder stark aufgehelltem Haar,
- sehr porösen Spitzen,
- mehrfach überfärbten Längen,
- chemisch geglättetem oder dauergewelltem Haar,
- unbekannten Farbresten,
- Produkten mit unklarer Zusammensetzung.
Es gibt keine allgemeingültige Wartezeit, nach der jede Pflanzenhaarfarbe problemlos auf jede chemische Coloration aufgetragen werden kann. Entscheidend sind die verwendeten Produkte und der Zustand Deines Haares. Führe deshalb unbedingt eine Probesträhne durch und hole Dir bei einer größeren Farbveränderung fachlichen Rat.
Haare färben mit Naturfarben: Diese Tipps solltest Du beachten
1. Die Anleitung vollständig lesen
Lies die Gebrauchsanweisung, bevor Du mit dem Anrühren beginnst. Die benötigte Wassermenge, Wassertemperatur, Konsistenz und Einwirkzeit können sich je nach Pflanzenmischung deutlich unterscheiden. Eine allgemeine Empfehlung wie „das Pulver immer mit kochendem Wasser übergießen“ ist nicht für jede Pflanzenhaarfarbe geeignet. Bei manchen Pigmenten kann eine zu hohe Temperatur das Farbergebnis beeinflussen. Auch die benötigte Pulvermenge hängt von Haarlänge, Haardichte und Produkt ab. Die fertige Masse sollte sich gut verteilen lassen, aber nicht so flüssig sein, dass sie vom Haar herunterläuft.
2. Eine Probesträhne färben
Eine Probesträhne ist besonders wichtig, weil sich das Ergebnis einer Pflanzenhaarfarbe nicht allein anhand der Verpackung vorhersagen lässt. Mit der Probesträhne erkennst Du:
- wie intensiv Dein Haar die Farbe annimmt,
- ob die Nuance zu Deinem Ausgangston passt,
- wie sich graue Bereiche verändern,
- ob poröse Spitzen dunkler werden,
- welche Einwirkzeit für Dein Haar geeignet ist.
3. Verträglichkeit beachten
Auch pflanzliche Inhaltsstoffe können Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auslösen. Beachte deshalb die Sicherheitshinweise des Herstellers und färbe nicht auf gereizter, entzündeter, verletzter oder stark juckender Kopfhaut.
4. Zusätze nur bewusst verwenden
In traditionellen Anwendungen werden Pflanzenhaarfarben teilweise Zusätze wie Obstessig, Zitronensaft, Tee, Kaffee oder Salz beigemischt. Ein saurer Zusatz kann bei bestimmten Pflanzenpigmenten die Farbentwicklung beeinflussen. Er sorgt jedoch nicht bei jeder Haarfarbe automatisch für mehr Glanz oder längere Haltbarkeit. Verändere die Rezeptur deshalb nur, wenn der Hersteller solche Zusätze empfiehlt oder Du das Ergebnis vorher an einer Probesträhne getestet hast.
5. Haut und Kleidung schützen
Pflanzenhaarfarbe kann Haut, Handtücher, Kleidung, Fugen und andere Oberflächen verfärben. Trage deshalb geeignete Handschuhe, alte Kleidung und ein altes Handtuch oder einen Färbeumhang. Eine fettreiche Creme entlang des Haaransatzes, an den Ohren und im Nacken kann verhindern, dass die Farbe stark an der Haut haftet. Achte darauf, die Creme nicht großflächig im Haar zu verteilen, da fettige Rückstände die Pigmentaufnahme beeinflussen können.
6. Haare in Partien abteilen
Teile Dein Haar vor der Anwendung in mehrere Abschnitte. Beginne am Ansatz und arbeite die Masse sorgfältig in jede Partie ein. Pflanzenhaarfarbe ist häufig dickflüssiger als eine klassische Coloration. Deshalb ist es besonders wichtig, ausreichend Produkt zu verwenden und keine Strähnen auszulassen.
7. Die Farbe gründlich ausspülen
Spüle das Haar nach der vorgesehenen Einwirkzeit sorgfältig mit Wasser aus. Ob Du anschließend Shampoo oder Conditioner verwenden solltest, ist produktabhängig. Manche Hersteller empfehlen, das Haar zunächst nur mit Wasser auszuspülen und erst später wieder mit Shampoo zu waschen. Andere Produkte sehen eine direkte Nachbehandlung vor. Halte Dich deshalb an die Anleitung der verwendeten Pflanzenhaarfarbe.
8. Das endgültige Farbergebnis abwarten
Bei einigen Pflanzenhaarfarben verändert oder vertieft sich der Farbton noch innerhalb der folgenden Stunden oder Tage. Beurteile das endgültige Ergebnis deshalb nicht immer unmittelbar nach dem Ausspülen. Gerade Henna- und Indigomischungen können nachdunkeln oder ihren endgültigen Unterton erst später zeigen.
Sollte man die Haare vor dem Färben waschen?
Die Antwort hängt von der verwendeten Färbemethode ab. Vor einer oxidativen Coloration werden die Haare häufig nicht unmittelbar vorher gewaschen. Der natürliche Talgfilm kann die Kopfhaut etwas vor Reibung und dem direkten Kontakt mit der Farbe schützen. Größere Mengen Trockenshampoo, Haarspray, Wachs, Haaröl oder anderer Stylingprodukte können das gleichmäßige Auftragen jedoch erschweren. Entferne starke Ablagerungen lieber ein oder zwei Haarwäschen vor dem Färbetermin. Pflanzenpigmente benötigen dagegen meist eine möglichst saubere und rückstandsfreie Haaroberfläche. Öle, Wachse, Silikone und Stylingrückstände können verhindern, dass sich die Farbe gleichmäßig anlagert. Ob die Pflanzenhaarfarbe auf trockenem oder handtuchtrockenem Haar angewendet wird, steht in der jeweiligen Anleitung.
Ob und wie Du fettiges Haar färben kannst, ordnen wir in unserem Ratgeber zu fettigen Haaren ein.
Pflege nach dem Färben
Die Pflege nach dem Färben hängt weniger vom Etikett „gefärbtes Haar“ als vom tatsächlichen Zustand Deiner Haare ab. Besonders oxidative Colorationen und Blondierungen können dazu führen, dass sich das Haar trocken, stumpf, rau oder strohig anfühlt. Die wichtigsten Grundsätze in Kürze: mild und sulfatfrei waschen, nicht zu heiß und nicht zu oft, nach jeder Wäsche ein Conditioner für bessere Kämmbarkeit, Hitze beim Styling reduzieren und UV, Chlor- sowie Salzwasser berücksichtigen.
Wie Du gefärbte Haare Schritt für Schritt richtig pflegst und worauf es bei Shampoo, Conditioner, Hitze und Farberhalt im Detail ankommt, liest Du in unserem ausführlichen Ratgeber:
Gefärbte Haare pflegen – so machst Du alles richtig
Welche PAKAHI Pflege passt zu gefärbtem Haar?

PAKAHI bietet keine Haarfarbe und auch keine klassische Color-Protection-Linie an. Unser Produktbezug liegt deshalb nicht beim Färben selbst, sondern bei der bedürfnisorientierten Pflege danach. Wir versprechen nicht, dass ein Shampoo geschädigte Haarfasern vollständig repariert oder jede Haarfarbe nachweislich länger haltbar macht. Stattdessen wählst Du Deine Pflege danach aus, wie sich Dein Haar nach dem Färben tatsächlich verhält.
MAKEWAI für trockenes und schwer kämmbares Haar
Fühlen sich Deine Längen nach dem Färben trocken, rau, frizzig oder schwer kämmbar an, kann die MAKEWAI Pflegelinie zu Deinem Haarbedürfnis passen. MAKEWAI ist auf Glättung und ein geschmeidigeres Haargefühl ausgerichtet. Bio-Brokkolisamenöl wird in der Naturkosmetik häufig als pflanzliche Alternative für ein glatteres Haargefühl eingesetzt. Ergänzende Pflanzenöle unterstützen die Pflege trockener Längen.
Das MAKEWAI Shampoo reinigt ohne Silikone und Sulfate. Der passende Conditioner hilft dabei, die Haaroberfläche zu glätten und die Längen leichter kämmbar erscheinen zu lassen.
MAKEWAI Shampoo & Conditioner
Glättende Pflege für trockenes, raues und schwer kämmbares Haar – ohne Silikone und Sulfate.
Pflege nicht nur nach der Haarfarbe auswählen
Nicht jedes gefärbte Haar benötigt eine besonders reichhaltige Pflege. Feines Haar kann durch zu schwere Produkte schnell platt wirken. Bei einem fettigen Ansatz und trockenen Spitzen müssen wiederum zwei unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Deshalb ist es sinnvoller, Dein Shampoo nach Haarstruktur, Kopfhaut und aktuellem Haarzustand auszuwählen als ausschließlich nach der Information „gefärbtes Haar“.
Welche Pflege passt zu Deinem Haar?
Unser kostenloser Haartest berücksichtigt Deine Haarstruktur, Deine Kopfhaut und Deine aktuellen Haarbedürfnisse.

Unser Fazit
Ob eine chemische oder pflanzliche Haarfarbe besser zu Dir passt, hängt vor allem von Deinem gewünschten Ergebnis ab. Eine oxidative Coloration ermöglicht deutlichere Veränderungen, eine Aufhellung und häufig eine zuverlässigere Abdeckung grauer Haare. Gleichzeitig greift sie stärker in die Haarstruktur ein und kann besonders bei wiederholter Anwendung, Blondierung oder bereits strapazierten Längen zu Trockenheit und Porosität beitragen.
Pflanzenhaarfarben verändern den vorhandenen Farbton, ohne das Haar auf dieselbe Weise aufzuhellen. Sie können für natürliche Reflexe, mehr Glanz und ein griffigeres Haargefühl sorgen. Das Ergebnis ist jedoch weniger exakt vorhersehbar und hängt besonders stark von Deiner Ausgangshaarfarbe ab. Reine Pflanzenhaarfarben sind deshalb keine universelle Lösung für jeden Farbwunsch. Sie sind aber eine interessante Alternative, wenn Du Deinen Naturton intensivieren, Dein Haar abdunkeln oder auf eine oxidative Coloration verzichten möchtest. Wichtig ist bei jeder Methode:
- Informiere Dich über das verwendete Produkt.
- Beachte die Anwendungshinweise.
- Führe vorab eine Probesträhne durch.
- Färbe nicht auf gereizter oder verletzter Kopfhaut.
- Überfärbe bereits behandelte Längen nicht unnötig.
- Wähle die Pflege nach Deinem tatsächlichen Haarzustand aus.
Wenn Du von chemisch gefärbtem Haar auf Pflanzenhaarfarbe umsteigen möchtest, solltest Du besonders vorsichtig vorgehen. Frühere Colorationen, Blondierungen und poröse Längen können das Ergebnis beeinflussen. Eine Probesträhne und gegebenenfalls eine professionelle Beratung helfen Dir, unerwartete Farbergebnisse zu vermeiden. Nach dem Färben zählt vor allem eine Haarpflege, die zu Deiner individuellen Haarstruktur passt. Trockenes und schwer kämmbares Haar benötigt andere Produkte als feines Haar oder ein fettiger Ansatz.
Genau deshalb setzen wir bei PAKAHI nicht auf eine pauschale Pflegeroutine für alle gefärbten Haare. Unser Haartest berücksichtigt Dein individuelles Haarbedürfnis und hilft Dir dabei, die passende silikon- und sulfatfreie Pflege zu finden.
Finde die passende Pflege für Dein Haar
Beantworte einige kurze Fragen zu Deiner Haarstruktur, Deiner Kopfhaut und Deinen Pflegezielen.
Häufige Fragen zum Haarefärben (FAQ)
Welche Haarfarbe ist am wenigsten schädlich?
Auswaschbare Tönungen und reine Pflanzenhaarfarben greifen üblicherweise weniger stark in die Haarstruktur ein als oxidative Colorationen oder Blondierungen. Wie stark Dein Haar beansprucht wird, hängt jedoch vom Produkt, der Anwendung, der Ausgangshaarfarbe und dem Zustand des Haares ab. Auch pflanzliche Inhaltsstoffe können Unverträglichkeiten auslösen.
Ist Pflanzenhaarfarbe komplett ohne Chemie?
Nein – zumindest nicht im wörtlichen Sinn. Auch Pflanzen, Wasser und das menschliche Haar bestehen aus chemischen Stoffen. Mit „Haarfarbe ohne Chemie“ ist meistens gemeint, dass keine oxidative Coloration mit Wasserstoffperoxid und klassischen Farbvorstufen verwendet wird. Achte darauf, ob es sich tatsächlich um eine reine Pflanzenhaarfarbe handelt oder nur pflanzliche Extrakte zusätzlich zu konventionellen Farbstoffen enthalten sind.
Kann man Haare mit Pflanzenhaarfarbe aufhellen?
Nein. Reine Pflanzenhaarfarbe kann die natürlichen Farbpigmente nicht aus dem Haar lösen. Sie kann den vorhandenen Farbton intensivieren, verändern oder abdunkeln. Eine deutliche Aufhellung ist nur mit einem oxidativen Prozess möglich.
Kann Pflanzenhaarfarbe graue Haare abdecken?
Pflanzenhaarfarbe kann graue Haare färben. Das Ergebnis fällt auf grauen Haaren häufig heller, wärmer oder leuchtender aus als auf den noch pigmentierten Haaren. Bei einem hohen Grauanteil können mehrere Anwendungen, eine Vorpigmentierung oder ein zweistufiges Verfahren notwendig sein.
Wie lange hält Pflanzenhaarfarbe?
Das hängt von der verwendeten Pflanzenmischung, der Ausgangshaarfarbe, der Haarstruktur und der anschließenden Pflege ab. Einige Pigmente verblassen langsam, andere können sehr lange im Haar bleiben. Pflanzenhaarfarbe ist daher nicht grundsätzlich eine kurzfristige und vollständig auswaschbare Tönung.
Kann man chemisch gefärbte Haare mit Pflanzenhaarfarbe färben?
Das ist grundsätzlich möglich, sollte aber unbedingt an einer Probesträhne getestet werden. Blondiertes, sehr poröses oder mehrfach gefärbtes Haar kann die Pflanzenpigmente ungleichmäßig aufnehmen. Bei einer größeren Farbveränderung ist eine professionelle Beratung sinnvoll.
Wie lange sollte man nach einer chemischen Färbung warten?
Eine pauschale Wartezeit gibt es nicht. Entscheidend sind die Zusammensetzung der bisherigen Coloration, die neue Pflanzenhaarfarbe und der aktuelle Zustand des Haares. Halte Dich an die Herstellerangaben und teste die Kombination vorab an einer verdeckten Strähne.
Sollte man die Haare vor dem Färben waschen?
Vor einer oxidativen Coloration werden die Haare häufig nicht unmittelbar vorher gewaschen. Vor einer Pflanzenhaarfarbe ist dagegen meist eine möglichst saubere und rückstandsfreie Haaroberfläche sinnvoll. Entscheidend ist immer die Anleitung des verwendeten Produkts.
Kann man fettige Haare färben?
Leicht fettiges Haar ist bei vielen klassischen Colorationen kein Problem. Starke Fett-, Öl-, Trockenshampoo- oder Stylingrückstände können das Ergebnis jedoch beeinflussen. Pflanzenhaarfarbe sollte meist auf sauberem und möglichst rückstandsfreiem Haar angewendet werden.
Sollte man nach dem Färben Shampoo verwenden?
Das hängt von der verwendeten Haarfarbe ab. Manche Produkte werden nach der Anwendung nur mit Wasser ausgespült. Bei anderen gehört ein Shampoo oder eine spezielle Nachbehandlung zum Färbeprozess. Verwende nicht automatisch ein beliebiges Shampoo, sondern beachte die Produktanleitung.
Wie oft darf man seine Haare färben?
Dafür gibt es keine einheitliche Zahl. Maßgeblich sind die verwendete Färbemethode, die Herstellerangaben, der Zustand Deiner Haare und die Verträglichkeit Deiner Kopfhaut. Bei einer permanenten Coloration ist es häufig sinnvoll, nur den nachgewachsenen Ansatz zu behandeln, statt die bereits gefärbten Längen jedes Mal erneut vollständig zu colorieren.
Was hilft gegen trockene Haare nach dem Färben?
Reduziere zusätzliche Hitze, gehe vorsichtig mit nassem Haar um und verwende eine milde Reinigung sowie einen Conditioner für bessere Kämmbarkeit. Welche Pflege zu Dir passt, hängt davon ab, ob Dein Haar fein, trocken, porös, lockig, schnell beschwert oder am Ansatz fettig ist.
Was tun, wenn die Kopfhaut nach dem Färben juckt oder brennt?
Spüle die Farbe bei starkem Juckreiz oder Brennen sofort gründlich aus. Treten Schwellungen, Bläschen, starke Schmerzen, Kreislaufprobleme oder Atembeschwerden auf, solltest Du medizinische Hilfe suchen. Verwende dasselbe Produkt nicht erneut, bevor geklärt wurde, wodurch die Reaktion entstanden ist.